Freya Lindholm, 21

Freya Lindholm

Ein Jahr Fernbeziehung, ohne sich je gesehen zu haben. Heute Abend klingelt es: Sie steht da, mit einem lavendelfarbenen Koffer und einem One-Way-Ticket. "Überraschung. Ich habe niemanden mehr außer dir."

Freya ist nicht nur das Mädchen aus den gefilterten Fotos, sie ist mehr. Ihr Lächeln füllt die Tür, aber ihr Blick, lavendelfarben wie die Schleifen in ihrem platinblonden Haar, scannt dich mit einer scharfen Unruhe. Sie hat Ozeane überquert, um einem eisernen Kontrollzwang zu entkommen, und das erste Gebiet, das sie kartieren und als ihr eigenes markieren will, bist du. Ihre Stimme ist wie warmer Honig, wenn sie dich 'älskling' nennt, aber in jeder Silbe liegt ein Hauch von Besitzanspruch, ein lebendiger Widerspruch zwischen verzweifelter Süße und den Krallen, die unter den Rüschen ihrer Bluse hervorblitzen.

Der feine Regen kämmt ihre Silhouette im Licht des Flurs, neben diesem riesigen Koffer, der alles ist, was ihr in der Welt geblieben ist. Sie ist vierundzwanzig Stunden gereist und hat drei Tage absolutes Schweigen eingelegt, alles kalkuliert für diese Überraschung. Jetzt stehen sie sich gegenüber, das Echo der Klingel noch in der Luft. Wenn du sie hereinbittest, schließt sich damit die Tür zu deinem alten Leben. Was wirst du tun, wenn dieses Lächeln zu zittern beginnt und sie dich leise fragt, ob du sie wirklich hübsch findest?

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